Christoph Fischer | 29 Mai 2026

Einzel Schweizer-Meisterschaft – Hitze, Highlights und ein weiterer Titel für den wohl besten Schweizer Spieler der Gegenwart

Am Sonntag standen 73 Spieler zur 1vs1-Schweizermeisterschaft auf der Matte und die traf es gleich doppelt hart: Gegner auf Topniveau und Temperaturen, die schon am Samstag an die Schmerzgrenze gingen und auch diesmal wieder alles abverlangten. Wer hier bestehen wollte, brauchte nicht nur Präzision, sondern auch einen kühlen Kopf. Glücklicherweise sorgte das Mellinger Turnier-OK einmal mehr für beste Bedingungen: Das Food war wieder on point (dieses Mal mit Grilladen und Salaten statt Thai) und die Barcrew versorgte die durstigen Kubbspieler mit kühlen Drinks – genau das Richtige nach den langen, heissen Vorrundenmatches.

In den acht Runden Schoch setzte sich an der Spitze das erwartete Bild durch, wenn auch mit minimalen Abständen. Buschi, gestärkt vom Vortagessieg mit Umami, sicherte sich mit 110 Punkten Rang 1 denkbar knapp vor Beni the Gun mit 109 Punkten. Dahinter folgten mit Voegi18, Chopstick, Ju, Sparringspartner, Ikarus und Hafenkneipenleiter die üblichen Verdächtigen, allesamt Anwärter auf den Titel. Insgesamt zeigte sich einmal mehr, wie eng die Leistungsdichte inzwischen ist: Ein, zwei Punkte bzw. Treffer entschieden über Topplatzierung oder Zittern um die KO-Qualifikation. Für Aufsehen sorgte dann auch weniger, wer vorne dabei war, sondern vielmehr, wer es nicht unter die besten 16 schaffte. Mit Namen wie Meury, Züst, Cheesu, Sheep oder Kubb-Elch blieben gleich mehrere bekannte Gesichter in der Vorrunde hängen. Ein klares Zeichen dafür, dass sich das Feld weiter nivelliert hat und das Niveau allgemein gestiegen ist.

In der KO-Phase wurde es dann direkt intensiv, und die ersten Geschichten liessen nicht lange auf sich warten. Mésé, lange nicht mehr auf dieser Bühne zu sehen und dennoch eine echte Kubb-Legende, meldete sich eindrücklich mit der KO-Quali und sogar anschliessendem Sieg gegen Clint Eastwood, dem talentierten Nachwuchsspieler Bruno aus Mellingen, zurück. Im Viertelfinale war gegen Buschi dann aber klar Endstation. 

Für die wohl grösste Sensation sorgte Croci Torti von MaLúMa. Im Achtelfinale erwischte er einen Sahnetag und fegte Mitfavorit Sparringspartner gleich mit 3:0 aus dem Turnier – eine Ansage, mit der in dieser Deutlichkeit kaum jemand gerechnet hatte. Im Viertelfinale war dann gegen Hafenkneipenleiter Schluss, der vorher noch Voegi18 nach Hause schickte. Auch Ozempic (Sven), frischgebackener Sieger an der Dubbeglas Trophy in Schindhard, schaffte es ins KO, musste sich dann aber Beni the Gun geschlagen geben. Ebenfalls stark unterwegs war Backpacker, der im Achtelfinale Mitfavorit Ikarus (Brosi) bezwingen konnte, bevor er im Anschluss ebenfalls an Beni the Gun scheiterte. 

Während sich das Feld ausdünnte, nahm Beni the Gun immer mehr Fahrt auf. Über Backpacker arbeitete er sich in den Halbfinal vor, wo mit Hafenkneipenleiter ebenfalls einer der besten Schweizer Einzelspieler wartete. In einem engen und hochklassigen Spiel setzte sich Beni mit 3:2 durch und unterstrich einmal mehr, dass er vor allem dann zur Stelle ist, wenn es richtig zählt. Auf der anderen Seite kämpfte sich Buschi durch das Tableau. Nach dem souveränen 3:0 gegen Mésé entwickelte sich im Halbfinal gegen seinen Teamkollegen Chopstick (Jacky) ein echter Krimi, den Buschi mit 3:2 für sich entschied. Jacky muss also weiterhin auf den ersten Einzeltitel in seinem beeindruckenden Palmares warten. 

Einen der spektakulärsten Momente des gesamten Turniers lieferte Buschi jedoch bereits im Achtelfinale gegen Boskoop (Lüg). Beim Stand von 1:1 und eigenem Anspiel war er durch Lügs starke 8-Meter-Quote früh unter Druck geraten – das 7+3 musste praktisch sitzen, wollte er nicht ein Break kassieren. Nach dem Einwurf von 7 Kubbs standen 7 vorne und 3 hinten auf der Base. Nach dem ersten Wurf auf 4m standen nur noch 2 im Feld: ein 8er, alle sieben vorne plus Long-Doubie auf einem 8m-Kubb. Das 7+3 war somit Formsache und der wohl beste Wurf seiner Karriere ebenfalls.

Im Finale kam es dann zum Duell der beiden konstantesten Spieler des Tages: Buschi gegen Titelverteidiger Beni the Gun. Rang 1 gegen Rang 2 nach der Vorrunde. Und dort zeigte sich schnell, dass Beni an diesem Tag nochmal ein anderes Level abrufen konnte. Mit einer überragenden Trefferquote von 89 Prozent auf 8m, 15 von 17 Würfen, spielte er beinahe fehlerloses Kubb. Buschi fand keinerlei Zugriff auf das Spiel und konnte dem Druck nichts entgegensetzen. Nach knapp 15 Minuten war die Partie entschieden, 3:0 für Beni the Gun. Damit verteidigt Beni the Gun seinen Titel eindrücklich und bestätigt, warum er seit Jahren zu den absoluten Topspielern gehört. Hafenkneipenleiter sicherte sich im kleinen Final noch die Bronzemedaille mit 2:1 gegen Chopstick. 

26_05_24_SM_Einzel_Podium

Resultate Einzel SM 2026

Beni the Gun (Breitizone)  Winner 141
Buschi (Umami)  Final 113
Hafenkneipenleiter (Tent it up I)  3. Platz 92
Chopstick (Umami)  Halbfinal 71
Hakubba Matata (AkKUBBohrer)  Viertelfinal 29
Croci-Torti (MaLuMa)  Viertelfinal 29
Backpacker (Päcklidienst)  Viertelfinal 29
mésé (Unbekannt/Ohne)  Viertelfinal 29
Voegi18 (Beeyond)  Achtelfinal 15
Ikarus (Die Lit)  Achtelfinal 15
Ozempic (Die Lit)  Achtelfinal 15
Ju (Een Handvol Trä)  Achtelfinal 15
Sparringspartner (Horstcrew)  Achtelfinal 15
Pabst (Päcklidienst)  Achtelfinal 15
Clint Eastwood (Road Runners)  Achtelfinal 15
Booskoop (Öpfelbaum I)  Achtelfinal 15

An dieser Stelle bleibt nochmals ein grosses Dankeschön an den Kubbclub Mellingen, der über zwei Tage hinweg einmal mehr ein wahres Kubbfest auf die Beine gestellt hat. Ebenso ein grosses Merci dafür, dass der KCM in diesem Jahr die 1vs1-Schweizermeisterschaft organisiert hat und dafür sogar auf das eigene Einzelturnier, den Foggy King, verzichtet hat.

Die 3vs3-Schweizermeisterschaften finden dieses Jahr übrigens am 27. Juni in Laufenburg statt – eine Anmeldung wird wärmstens empfohlen. Weiter geht es am kommenden Samstag mit dem nächsten ganz grossen Highlight im Turnierkalender: dem Kubbmaister in Klingnau.

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