Christoph Fischer | 14 August 2026

Der König der Prärie schlägt wieder zu

Wenn sich die Solothurner Prärie bereits am Morgen anfühlt wie Arizona im Hochsommer, der erste Whisky eingeschenkt wird und sich die Cowboys für einen der wichtigsten Einzel-Titel des Jahres warmschiessen dann ist klar: Es ist wieder Mighty-Zeit. Insgesamt 60 SpielerInnen liessen sich auch von den angekündigten 33°C nicht abhalten und strömten auf die Solothurner Schützenmatt, um einen der drei begehrten Titel zu holen. Und der KCS zeigte einmal mehr, wie man ein Kubbturnier auch nach 21 Jahren nochmals besser organisieren kann als im Vorjahr. Die Organisation lief wie gewohnt reibungslos, im Saloon warteten kalte Getränke, eine bediente Bar und der traditionelle Willkommens-Whisky auf die Teilnehmenden. Wer Hunger hatte, konnte den bereitgestellten Grill nutzen und seine eigene Verpflegung mitbringen. Dazu gab es sogar Früchte-Snacks und Dessert gegen die Hitze. Kurz gesagt: Während auf den Feldern geschwitzt wurde, blieb nebenan kein Wunsch offen. Die verschiedenen Modi sorgten zudem dafür, dass auch nach einer Niederlage noch lange nicht Feierabend war. Wer im Special-Mighty-Doppel-KO ausschied, durfte im Sheriff-Modus weiterkämpfen und wer dort seine letzten Sterne verlor, kämpfte anschliessend im Hanging-(Wo)Man-Modus weiter um Ruhm und Ehre.

Im Haupttableau wurde wie gewohnt im legendären Mighty-Doppel-KO gespielt. Eine Niederlage bedeutete noch nicht das Ende aller Titelträume, sondern lediglich den Umweg über die Hoffnungsrunde. Genau dort entwickelte sich das Turnier erneut zu einem epischen Ritt durch die Solothurner Hitze. Und am Ende stand einmal mehr jener Mann ganz oben, dessen Name inzwischen fast untrennbar mit diesem Turnier verbunden ist.

Nachdem Marc Binder in diesem Jahr bereits den Schweizermeistertitel im Einzel sowie sensationell den ersten Europameistertitel im Einzel für die Schweiz gewonnen hatte, setzte er nun dem Ganzen die nächste Krone auf. Im vierten Einzelturnier des Jahres holte er sich bereits den dritten Titel. Insgesamt war es sein 8. Mighty Titel. Acht.

Eine Bilanz, die umso eindrücklicher wird, wenn man sich vor Augen führt, wer in der Geschichte des Schweizer Kubbsports überhaupt schon einmal ein Einzelturnier gewonnen hat. Gemäss unseren Recherchen sind dies in der Schweiz nur 21 SpielerInnen (National und international). 

26_08_10_Mighty_Tabelle

Die Rangliste wird selbstverständlich von Marc Binder angeführt. Doch das Verrückte ist: Selbst wenn er in seiner gesamten Karriere nur an ein und demselben Turnier gespielt hätte, wäre „Beni the Gun“ mit seinen 8 Mighty-Titeln immer noch unangefochten auf Platz 1. Insane.

Ganz ohne Gegenwehr verlief der Tag allerdings nicht. Die einzige Niederlage des späteren Siegers brachte ihm in der Hauptrunde Fül (Kahu) bei. Fül spielte eines seiner stärksten Einzelturniere überhaupt und kämpfte sich bis ins Finale der Hauptrunde vor. Nachdem er sich dort gegen Ozempic geschlagen geben musste, ging es in der Hoffnungsrunde ins Drittelfinale. Dort traf er allerdings erneut auf Beni The Gun. Diesmal hatte der Rekord-Mighty die richtigen Antworten parat und gewann die Partie mit 3:0.

Das zweite Drittelfinale war ebenfalls eine klare Angelegenheit. Vögi18 zeigte zunächst eindrücklich seine Klasse und eliminierte nacheinander die beiden Umami-Spieler Nonjim und Buschi. Gegen Hennessy war dann allerdings Endstation. Auch hier lautete das Verdikt am Ende 3:0. Ins dritte Drittelfinale schaffte es Cheerio alias Joel Schibli zunächst durch ein sensationelles Comeback gegen Ikarus. Nach einem 0:2-Rückstand drehte er die Partie noch komplett, nachdem Ikarus bereits einen Königswurf zum vermeintlichen 3:1 hatte. Die Belohnung war das Duell gegen Flo aus Mellingen, besser bekannt als Hakubba Matata. Dort ging Cheerio jedoch die Munition aus und Flo zog mit einem souveränen 3:0 ins Halbfinale ein. Alle Drittelfinals endeten somit mit einem klaren 3:0. Selten war der Weg in die Halbfinals derart eindeutig.

Den Pokal für den Run des Tages schnappte sich allerdings wohl Ozempic alias Sven vom Team Die Lit. Im Hauptturnier gewann er das Finale des Haupttableaus im Doppel-KO gegen Fül und sicherte sich damit die bestmögliche Ausgangslage für die Schlussphase. Im Halbfinale durfte er sich seinen Gegner auswählen und traf mit Flo die richtige Entscheidung. Ein weiteres glattes 3:0 war die Folge und für Sven der Einzug in seinen ersten Mighty-Final. Im anderen Halbfinale lief Beni The Gun nun vollends auf Hochtouren. Im Duell der wohl aktuell beiden stärksten Einzelspieler der Schweiz setzte er sich gegen Hennessy mit 3:1 durch und zog ebenfalls ins Finale ein. Der Rekord-Mighty war nun nicht mehr zu bremsen. Gegen Ozempic machte er kurzen Prozess, ein weiteres 3:0 war die Folge und der achte Mighty-Titel Tatsache. Dominanter geht es kaum. Wer den Mighty gewinnen will, muss auch 2026 an Beni The Gun vorbei. Und das gelang einmal mehr niemandem.

Mighty 2026 Podest

Resultate Mighty Kubber 2026

Beni the Gun (Breitizone)  Winner 123
Ozempic (Die Lit)  Final 98
Hafenkneipenleiter (Tent it up I)  3. Platz 80
Hakubba Matata (AkKUBBohrer)  Halbfinal 61
Cheerio (Beeländlis)  Drittelfinal 23
Voegi18 (Beeyond)  Drittelfinal 23
Fül (Kubbaner II)  Drittelfinal 23
Cheesu (Bongossi)  Sechstelfinal 14
Cheneraaal (Een Handvol Trä)  Sechstelfinal 14
Buschi (Umami)  Sechstelfinal 14
Bradley (Unbekannt/Ohne)  Sechstelfinal 14
Boskoop (Öpfelbaum I)  Sechstelfinal 14
Dare (Horstcrew)  Zehntelfinal 9
Deadeye Dye (Kubbaner I)  Zehntelfinal 9
Driiibiii (Kubbaner II)  Zehntelfinal 9
Pabst (Päcklidienst)  Zehntelfinal 9

Mighty 2026 Sheriff

There’s a new Sheriff in Town
Während sich im Haupttableau die grossen Namen duellierten, sammelten die Ausgeschiedenen im Sheriff-Modus fleissig Sterne. Das Konzept bleibt eine der schönsten Mighty-Erfindungen: Sterne gewinnen, Sterne riskieren, Duelle vereinbaren und bis zum Stichtag möglichst viele Abzeichen am Gürtel tragen. Die vier erfolgreichsten Sternensammler qualifizieren sich anschliessend für die Halbfinals.

Die meisten Sterne sammelte Chibber mit unglaublichen 36 Sternen. Direkt dahinter folgte Croci Torti mit 35 Sternen. DVC-Dave brachte es auf 23 Sterne, während sich Ikarus trotz lediglich 20 Sternen ebenfalls in die Entscheidungsrunde rettete. Besonders hervorzuheben sind hier die starken Leistungen von Chibber und DVC-Dave, die wohl nicht viele auf der Rechnung für den Sheriff-Halbfinal hatten. Doch wie so oft zählen am Ende nicht die gesammelten Sterne, sondern die gewonnenen Duelle.

Ikarus alias Fabian Brosi erwischte den perfekten Zeitpunkt für seine Bestleistungen. Im Halbfinale schlug er zuerst Croci Torti mit 3:0 ehe er sich im Finale sich gegen Chibber mit 3:1 durchsetzen konnte und sich so den Titel des Mighty Sheriff 2026 sicherte. Croci Torti gewann das kleine Finale gegen DVC-Dave und komplettierte damit das Sheriff-Podest.

26_08_10_Mighty_Hangman

Tatanka vollendet die Sammlung
Auch im Hanging-(Wo)Man-Modus wurde noch um einen Titel gekämpft. Wer im Sheriff seine letzten Sterne verloren hatte, erhielt einen Galgen und kämpfte von da an im Alles-oder-Nichts-Modus weiter. Jeder Sieg brachte sämtliche Galgen des Gegners ein, jede Niederlage bedeutete das endgültige Aus.

Am Ende setzte sich Marco Bleiker alias Tatanka durch. Im Finale bezwang er Junkair mit 2:1 und sicherte sich damit erstmals den Hanging-Man-Titel. Mit dem Sieg komplettierte Tatanka eine bemerkenswerte Sammlung: Nachdem er in seiner Karriere bereits den Mighty Kubber und den Mighty Sheriff gewonnen hatte, besitzt er nun als einziger Spieler sämtliche drei Mighty-Titel.

Als die Sonne langsam tiefer sank, die letzten Könige gefallen waren und sich die Hitze endlich etwas zurückzog, wurde an der Bar nochmals angestossen. Auf einen weiteren perfekt organisierten Mighty Kubber, auf einen neuen Sheriff, auf einen neuen Hanging Man und vor allem auf einen Mann, der seine eigene Geschichte Jahr für Jahr weiter schreibt.

Acht Mighty-Titel. Schweizer Meister. Dreifacher Europameister. Und auch 2026 heisst der mächtigste Revolverheld der Schweizer Kubb-Prärie:
Mighty Beni The Gun.

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